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Vorwort

Wenn jeder ein Sender ist, wird das Grundrauschen ohrenbetäubend.

Immer mehr Unternehmen versuchen, Menschen über informierende, beratende und unterhaltende Inhalte als Kunden zu gewinnen oder zu halten. Es bleibt oft beim Versuch. Denn vieles, was da auf allen Kanälen produziert und mit werblicher Absicht in die Welt geblasen wird, ist für den Empfänger nur gleichförmiger Nonsens. Davon hat niemand was. Nicht das Unternehmen. Und nicht seine Kunden. Es ist Zeit, einmal innezuhalten. Fangen wir gemeinsam von vorne an. Willkommen auf Content Royal! Weiterlesen

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1. Autisten ohne Superkräfte

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Der Hubschrauberflug über New York dauert ein paar Stunden. Das reicht. Wenn Steven Wiltshire wieder auf dem Boden gelandet ist, greift er zum Bleistift. In nur wenigen Tagen zaubert er das Panorama New Yorks auf die Leinwand. Mit atemberaubenden Details: Fenstersimse, Hochhäuser, Straßenschluchten – als hätte er beim Zeichnen ein Foto direkt vor sich. Aber da ist keines. Er malt aus dem Gedächtnis. In Bleistift-Full-HD. Kein Wunder, dass es dieser Mensch als die „lebende Kamera“ zu Weltruhm und zum „Member of the Order of the British Empire“ gebracht hat: Steven Wiltshire ist ein Savant, ein Autist mit einer Inselbegabung. Als ich den Film über ihn gesehen habe, saß ich noch Minuten danach mit offenem Mund vor dem Fernseher. Einfach unglaublich.

Weltweit gibt es nur wenige Menschen mit solchen Ausnahmetalenten. Einige von ihnen können besonders gut rechnen, andere sind extrem musikalisch. Der blinde Tony DeBlois etwa beherrscht Tausende Lieder auswendig auf rund 20 Instrumenten. Inselbegabungen können sehr verschieden sein. Dagegen stellt der normale Alltag Savants oft vor unüberwindliche Hindernisse. Ohne Hilfe eine Straße überqueren? Für viele von ihnen ein Horror. Weiterlesen

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2. Zombie-Medien und ihr Einfluss auf Journalisten, Leser und Werber

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Wenn Sie mal einen Untoten treffen, versuchen Sie gar nicht erst mit ihm zu kommunizieren. Nehmen Sie Ihre Beine in die Hand oder schießen Sie ihm besser gleich mit einer Wumme die Rübe vom gammligen Kadaver. Rick Grimes, Hauptfigur der preisgekrönten AMC-Fernsehserie „The Walking Dead“, hat diese Lektion schmerzhaft lernen müssen. Doch man muss nicht erst sterben, um sich wie ein Golem aufzuführen 1. Im expressionistischen Meilenstein „Das Kabinett des Dr. Caligari“ 2 ist es Schlafwandler Cesare, der nachts ferngesteuert und mordend durch die Gassen zieht. Hier wird ein „Somnabuler zu Handlungen gezwungen, die er im wachen Zustand niemals begehen, ja sogar verabscheuen würde…“ 3. Wie ein Zombie dämmert er in einer Halbwelt zwischen „Da-Sein“ und „nicht Da-Sein“ 4. Womit die Lage vieler Medien hierzulande gleich zweifach treffend beschrieben wäre. Einst als vierte Gewalt unangefochten, fragen sich heute angesichts ihres Zustands selbst Experten: „Wozu noch Journalismus?“ 5 Diese Frage treibt alle Beteiligten um. Journalisten, die gute Arbeit abliefern wollen. Leser und Zuschauer, die Orientierung suchen. Und Werber wie PR-Experten, die ein glaubwürdiges Umfeld und eine hohe Verbreitung für ihre Botschaften brauchen. Leider sind die journalistischen Zombie-Medien von heute für all diese Hoffnungen zunehmend die falschen Adressaten. Weiterlesen

  1. Sesslen, Georg und Weil, Claudius: Kino des Phantastischen. Geschichte und Mythologie des Horror-Films. Hamburg 1980, S. 24  (back)
  2. Mittlerweile als Public Domain verfügbar: http://www.youtube.com/watch?v=xrg73BUxJLI  (back)
  3. http://buchperlen.wordpress.com/2013/12/10/das-cabinet-des-dr-caligari-digitale-restaurierung/  (back)
  4. Metz, Markus und Sesslen, Georg: Wir Untote!, Berlin 2012, S. 7  (back)
  5. Weichert, Stephan; Kramp, Leif und Jakobs, Hans-Jürgen: Wozu noch Journalismus? Wie das Internet einen Beruf verändert. Göttingen 2010  (back)